Logan & Lara von Katrin Gindele

»Aufwachen Schlafmütze.«
Mühsam schaffte ich es, meine Augen zu öffnen.
»Sind wir schon da?«, wollte ich wissen, während ich mich langsam aufsetzte. Logan neigte den Kopf. »Wir befinden uns im Landeanflug«, erwiderte er mit einem Augenzwinkern und schmiegte seine Hand an meine Wange.
Mein ganzer Körper reagierte auf seine liebevolle Berührung, die mich förmlich dahin schmelzen ließ.
Ich seufzte wohlig. »Hast du den Defensor schon kontaktiert, mit dem du dich in England treffen möchtest?«¸fragte ich, um mich von meiner aufkeimenden Erregung abzulenken. Da ich es noch immer nicht geschafft hatte, meine Flugangst in den Griff zu bekommen, wurde ich von Logan jedesmal in Tiefschlaf versetzt, sobald mich sein „Ablenkungsmanöver“ an den Rand der Erschöpfung trieb und mein menschlicher Körper mit aller Kraft nach einer Mütze voll Schlaf verlangte. Auf diese Weise flogen die Stunden nur so dahin, ohne, dass ich mich mit meiner nervigen Flugangst herumschlagen musste.
»Ich treffe mich heute Nachmittag mit ihm«, verkündete er und richtete sich auf. Als Logan mich vor ein paar Tagen gefragt hatte ob ich ihn zu diesem Treffen begleiten möchte, stimmte ich sofort zu. »Aber vorher möchte ich dich noch jemandem vorstellen«, fügte er zu. Meine Neugierde war geweckt.
»Defensor oder Secutor?«, fragte ich aufgekratzt und krabbelte vom Sofa, um mich anzuziehen. Für mich war es inzwischen völlig normal geworden, mich so in seiner Welt zu bewegen, als würde ich dazugehören. Und neue Freunde kennenzulernen, das war etwas, worauf ich mich wirklich freute.
»Ein Secutor«, gab Logan bekannt. Seine eisblauen Augen funkelten erwartungsvoll, während er meine Reaktion abwartete.
»Cool«, sagte ich nur. Und meinte es auch so.
Logan wusste von meinem Unbehagen, was die Defensoren betraf, auch wenn ich mich sehr darum bemühte, meine Abneigung vor ihm zu verbergen. Mit ihren schwarzen Augen, dem unheimlichen, fast schon aristokratischen Auftreten und einer Ausstrahlung, die mich jedesmal an die Antarktis erinnerte, fiel es mir nach wie vor sehr schwer mich mit ihnen anzufreunden. Die Defensoren waren so etwas wie die Vorgesetzten der Secutoren und agierten deswegen mehr im Hintergrund, weshalb ich nicht so oft mit ihnen in Kontakt kam. Nichtsdestotrotz wollte ich mich nicht mehr von meiner Abneigung beherrschen anlassen, das hatte ich unlängst beschlossen, und arbeitete mit Nachdruck daran, mich mit ihnen anzufreunden, was mir bei einigen auch schon ganz gut gelungen war.
Marius zum Beispiel. Vor ihm hatte ich schon längst keine Angst mehr. Der große Bär, wie ich ihn manchmal liebevoll nannte, schien eine Schwäche für Betty zu haben, allein das machte ihn schon sympathisch. Ohne ihn hätte ich die anderen Defensoren wahrscheinlich niemals so schnell kennengelernt, denn Dank seiner Hilfe konnte ich einen Teil meiner Angst überwinden und schaffte es, sogar ein paar von ihnen anzusprechen. Mit Anna und Romy war ich seither sehr gut befreundet und wenn man sich erstmal an diesen finstern dunklen Blick gewöhnt hatte, dann war es gar nicht mehr so schlimm.
»Ich hoffe, es macht dir nichts aus, wenn wir uns mit Nova in der Stadt treffen«, meinte Logan und reichte mir meine Schuhe. »Sie muss noch ein paar Besorgungen machen, außerdem möchte sie dir ein ganz besonderes Café zeigen.«
Ich horchte auf. »Was ist an dem Café denn so besonders?«
Logan schmunzelte, während er mir in meine Jacke half. »Das wirst du schon sehen«, erklärte er und tat dabei ziemlich geheimnisvoll.
Der Verkehr in London war erschreckend, nicht nur durch den für mich ungewohnten Linksverkehr. Überall um uns herum drängten sich Autos, um möglichst schnell an ihr Ziel zu kommen, schreckten einige Fahrer auch nicht vor waghalsigen Überholmanövern zurück.
»Hier ist ganz schön was los«, stellte ich überrascht fest.
Logan navigierte unseren Mietwagen geschickt durch den Verkehr, während er antwortete. »Ein paar der wichtigsten Straßen treffen hier aufeinander. Viele der Straßen sind sehr alt und relativ eng, was zu diesem Chaos führt.«
Kurz darauf lenkte er den Wagen in eine Seitenstraße, sofort wurde der Verkehr etwas ruhiger.
»Wir sind gleich da«, merkte er an. Neugierig spähte ich durch die Windschutzscheibe. Dieses Viertel war kaum befahren, nur ein paar wenige Autos parkten am Straßenrand. Weiter vorne entdeckte ich die ersten Geschäfte.
Logan hielt mir die Tür auf als ich aus dem Wagen kletterte, dann umfasste er meine Hand. »Ist dir kalt?«, wollte er wissen.
Das Gesicht tief im Kragen meiner Jacke vergraben, schüttelte ich den Kopf. »Eigentlich nicht, nur der Regen nervt etwas.« Seitdem wir gelandet waren, nieselte es fast ununterbrochen, was dazu führte, dass sich die Luft noch ein kleines bisschen kälter anfühlte.
Logan zog mich an sich. »Möchtest du lieber Schnee?«, fragte er, begleitet von einem Lächeln und schmiegte zärtlich seine Lippen an meine Schläfe. Ich schloss die Augen und seufzte wohlig. »Schnee wäre auf jeden Fall nicht ganz so nass«, überlegte ich laut. »Und für diese Jahreszeit gar nicht so ungewöhnlich.«
Dabei öffnete ich die Augen, um ihn anzusehen. »Aber nicht so viel, nur ein paar Flocken.«
Logan konnte mittels einer Illusion das Wetter beeinflussen, das war nichts Neues für mich. Doch normalerweise tat er so etwas nicht, wenn wir, so wie jetzt gerade, von Menschen umgeben waren. Allerdings schien ihm das heute egal zu sein.
»Ganz wie Madame wünschen«, stimmte er zu, richtete sich auf und schaute zum Himmel. Ich tat es ihm gleich und schaute ebenfalls nach oben. Die Luft wurde plötzlich merklich kälter. Und dann, erst ganz langsam, doch stetig, wurden aus den feinen Regentropfen zarte Schneeflocken.
»Genau so«, nickte ich. Dicke Schneeflocken wirbelten inzwischen durch die Luft. Im gemächlichen Tempo vollführten sie regelrechte Kunststücke am Himmel, ehe sie auf der Straße landeten und dort zu kleine, kaum sichtbare Pfützen schmolzen.
»Zufrieden, Miss Anderson?«
Ich kuschelte mich an seine Schulter, eng umschlungen schlenderten wir die Straße entlang. »Und ob«, lobte ich grinsend. Obwohl ich eigentlich kein Fan von Schnee war, vor allem nicht, wenn ich bei so einem Wetter mit dem Auto zum College fahren musste, kam ich nicht umhin, die weiße Pracht voller Verzückung zu bewundern. »Und den Leuten scheint es auch zu gefallen«, bemerkte ich nebenbei. Einige Menschen blieben stehen und schauten nach oben, dabei breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Ein Mädchen riss sich von ihrer Mutter los, hüpfte quietschend von einem Bein auf das andere und versuchte die Flocken mit der Zunge zu fangen. In den kleinen Geschäften, die links und rechts unseren Weg säumten, wurde die Beleuchtung eingeschaltet, weil es bereits dämmerte. Das Licht, in Verbindung mit dem Schnee, ließ mich ungewollt romantisch werden.
»Hier ist es wunderschön, Logan.«
Er hob seinen Arm, führte unsere verschränkten Finger an seine Lippen und hauchte einen Kuss auf meinen Handrücken. »Da vorne ist es«, bemerkte er und deutete mit einem Kopfnicken auf das Haus, welches nun in mein Sichtfeld rückte.
Das Café gehörte zu einem Gebäudekomplex, in dem sich noch weitere Geschäfte befanden. Eine Schneiderei, ein Blumenladen und ein Puppendoktor. Auf dem alten Metallschild direkt über der Tür stand das Wort Wonderland in altmodischer Schrift.
Wenige Meter, bevor wir das Café erreicht hatten, bemerkte ich, dass die Tür geöffnet wurde. Ich vernahm das leise Bimmeln der Türglocke, als die Tür hinter dem jungen Paar ins Schloss fiel.
»Nova wartet schon auf uns«, gab Logan bekannt. Er ging voraus, öffnete die Tür und ließ mich eintreten.
Ein wunderbarer Duft schlug mir sofort entgegen, kaum das ich einen Fuß über die Schwelle gesetzt hatte. Es roch nach einer Mischung aus selbstgebackenem Kuchen und frisch zubereiteter Marmelade. Und es war mollig warm hier drinnen.
Genüsslich sog ich den herrlichen Duft ein, während Logan mich sanft an der Glasvitrine vorbei schob, die sich rechts neben dem Eingang befand. Im Vorbeigehen späte ich in die offene Backstube und erhaschte einen Blick auf einen Teller mit frischen Cookies. Die musst du unbedingt probieren, nahm ich mir vor. Nach wenigen Metern erreichten wir eine Pendeltür, die Logan aufdrückte. Dahinter befand sich ein wunderschön eingerichteter Wintergarten, mit Sicherheit das Herzstück des Cafés.
Der Fußboden war aus Holzdielen in einem warmen Nussbaum und roch angenehm nach Leinöl. An der Stirnseite des Raumes stand eine weitere Glasvitrine, voll mit kleinen Papiertüten. Was da wohl drinnen war? Vielleicht die lecker aussehenden Cookies, die ich schon am Eingang in der Backstube gesehen hatte und die so herrlich dufteten.
Braun lackierte Holztische standen im Raum verteilt und hübsche Stehlampen mit cremefarbenen Stoffschirmen sorgten für ausreichend Licht. Rechts neben der Pendeltür stand ein sehr bequem aussehendes, mit mauvefarbenem Samt bezogenes Sofa, das beidseitig von einen Regal voller Bücher eingerahmt war.
Das würde Jean gefallen, lächelte ich still. Jean, meine beste Freundin und auch mein Secutor, liebte Bücher über alles. Davon konnte sie einfach nicht genug bekommen.
»Da ist sie«, sagte Logan und durchquerte den Wintergarten, um an einen der hinteren Tische zu gelangen.
Nova winkte eifrig als sie uns entdeckte. Sie war eine gertenschlanke Afroamerikanerin, umwerfend schön, mit ruhigen braunen Augen und langen dichten Haaren. Sie sprang hastig auf als wir ihren Platz erreichten und machte einen Knicks vor Logan, was mir ein bisschen peinlich war, ihn aber nicht weiter störte, denn Logan war es, ganz im Gegenteil zu mir, schon gewohnt so begrüßt zu werden. Schließlich war er die oberste Priorität und damit in seiner Welt so etwas wie ein König.
»Es freut mich außerordentlich, Sie endlich einmal persönlich kennenlernen zu dürfen«, begrüßte Nova mich freudestrahlend mit einem leichten Knicks. Hastig ergriff ich ihre zarte Hand, die sie mir entgegenstreckte und schüttelte sie leicht. »Freut mich auch«, erwiderte ich und lächelte ebenfalls.
»Können wir das Sie bitte weglassen? Ich bin Lara.«
Nova nickte zustimmend. »Jean hat schon so etwas in der Richtung angedeutet«, schmunzelte sie.
Wir setzten uns. »Wie war der Flug?«, erkundigte sie sich höflich. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, während ich mir die Jacke auszog und über die Stuhllehne hängte.
»Der Flug war super. Sehr ruhig.«
Logan zwinkerte mir zu als unsere Blicke sich trafen und sofort wurde ich ein bisschen rot. Nova konnte natürlich nicht wissen auf welche Art Logan mich von meiner Flugangst abgelenkt hatte. Zum Glück. Denn ansonsten hätte die Schamesröte mein Gesicht wohl gänzlich überflutet.
Aus den Augenwinkeln bemerkte ich eine Frau, die in unsere Richtung kam. Ihre ellenlangen Beine steckten in einer hautengen Jeans, wodurch ihre beeindruckenden Kurven sehr gut zur Geltung kamen. Das langärmelige enganliegende graue Shirt hatte einen tiefen Ausschnitt, sodass man die Rundungen ihrer Brüste erkennen konnte.
»Willkommen im Wunderland, ich bin Alice«, flötetet sie, kaum, dass sie vor uns stand. Als ich die Augen aufriss, kicherte die Dame mit den hellblonden kurzen Haaren ungeniert.
»Nur ein kleiner Scherz«, schmunzelte sie. »Mein Name ist Sabrina. Aber meine Chefin, die Besitzerin vom Wonderland Café, die heißt wirklich Alice. Und das ist kein Witz.«
»Wir würden gerne bestellen«, gab Logan trocken zurück.
Sabrina, unsere Bedienung mit dem Piercing im linken Nasenflügel, fand es offenbar gar nicht lustig, dass Logan ihren kleinen Scherz einfach übergangen hatte.
»Von mir aus«, seufzte sie ungehalten und zückte ihren Stift. »Was darf ich euch bringen?«
»Ich nehme eine Cola«, begann ich. »Du musst unbedingt den Cheesecake probieren«, schlug Nova vor. Ich nickte begeistert.
»Okay. Und einen Cheesecake, bitte.«
»Einen Cappuccino bitte und auch einen Cheescake«, schloss Nova sich an. Sabrina kritzelte die Bestellung auf ihren Block.
»Und was darf ich dir bringen?«, wandte sie sich danach an Logan. Nur mir fiel es auf, dass seine schönen eisblauen Augen ein kleines bisschen schmaler wurden.
»Nur einen Kaffe. Schwarz.« Seine Stimme war gelassen ruhig, wenn auch etwas tiefer als üblich.
»Kommt sofort«, nickte die Bedienung, machte auf dem Absatz kehrt und stolzierte davon.
»Erzähl mal«, begann ich an Nova gerichtet, als wir wieder alleine waren. »Was ist so besonders an diesem Café?«
Mit einem Blick zu Logan antwortetet sie: »Das hier ist ein Treffpunkt für Menschen und für Wesen aller Art.«
Dabei schaute Nova zur Seite. »Siehst du das Pärchen, dort drüben am Tisch?« Ich folgte ihrem Blick und nickte stumm, immer noch sprachlos vor Überraschung.
»Sie ist ein Mensch«, flüsterte Nova. »Er ein Gestaltwandler.«
Mit großen Augen starrte ich den Typen am anderen Tisch an, konnte aber nichts Auffälliges an ihm entdecken.
»Ist das dein Ernst?«, fragte ich als ich meine Stimme wiedergefunden hatte. Nova schenkte mir ein wissendes Lächeln. »Und Sabrina, die Bedienung, ist eine Werwölfin.«
Ich konnte spüren wie mir die Kinnlade runter klappte. »Es gibt noch eine andere Bedienung«, plapperte Nova drauflos. »Iwan. Er ist sehr höflich und äußerst nett, ganz anders als Sabrina.« Ich musste ein paar mal schlucken, ehe ich antworten konnte.
»Ist er auch ein Werwolf?«
Nova nippte kurz an ihrem Cappuccino.«
»Kein Werwolf. Ein Vampir.«
Nun war es endgültig vorbei mit meiner Beherrschung.
»Soll das bedeuten, diese Wesen gibt es tatsächlich?«, fragte ich atemlos. Als Nova nickte, wurden meine Augen noch größer.
»Hast du davon gewusst?«, richtete ich das Wort an Logan. Er lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. »Natürlich, mein Engel. Wir alle wissen um die Existenz der anderen.«
Kurz darauf kam auch schon unsere Bedienung zurück. Geschickt balancierte sie ein Tablett auf ihrer Hand.
»Cola und Cheesecake«, sagte sie und stellte die Sachen vor mir auf den Tisch. »Ist das deiner?«, fragte sie mich, während Nova ihre Bestellung entgegennahm.
Irritiert folgte ich ihrem Blick und bemerkte erst jetzt, dass sie Logan damit meinte.
»Ähm, ja«, stotterte ich, völlig baff über so viel Offenheit. Sabrina schien sich nicht weiter daran zu stören. »Schade«, meinte sie nur und stellte den Kaffe vor Logan hin.
Dann richtetet sie sich auf, warf ihm ein kokettes Lächeln zu und meinte: »Ein Bart würde dir gut stehen.«
Sein Blick verfinsterte sich noch mehr. Doch er sagte nichts, was wahrscheinlich auch besser war, denn die oberste Priorität sollte man keinesfalls reizen.
Aber das konnte Sabrina natürlich nicht wissen.
»Tut mir leid«, entschuldigte Nova sich bei uns. »Sabrina ist manchmal ziemlich frech.«
»Das ist doch nicht deine Schuld«, winkte ich lächelnd ab und ließ mir den Cheesecake schmecken.
Da traf mich eine wahre Geschmacksexplosion.
»Wow. Der ist lecker!«
Noch nie in meinem Leben hatte ich so einen guten Cheesecake gegessen. Die Zutaten harmonierten ganz wunderbar miteinander und zergingen förmlich auf der Zunge.
»Davon muss ich unbedingt etwas für Megan und Betty mitnehmen«, entschied ich zwischen zwei Bissen. »Das ist ja der helle Wahnsinn.«
»Sag ich doch«, meinte Nova mit vollem Mund. »Da weiß man gar nicht, was man zuerst probieren soll.«
Bevor ich zustimmen konnte, mischte Logan sich ein. »Ich muss los«, erinnerte er mich an das Treffen mit dem Defensor. »Möchtest du mitkommen oder lieber hier mit Nova warten?«
Was für eine Frage!
»Hier warten«, entschied ich, ohne darüber nachzudenken. Logan nickte mit einem Schmunzeln. Dann winkte er der Bedienung.
»Ich möchte zahlen«, sagte er kurz angebunden.
Sabrina schlenderte an unseren Tisch, nannte die Summe und nahm das Geld von Logan entgegen. Einen Moment lang schaute sie ihn abwartend an. Als er nichts weiter sagte, kramte sie ihren Geldbeutel hervor.
»Mit Trinkgeld ist wohl nichts«, maulte sie und zählte das Wechselgeld ab. Das war dann wohl endgültig zu viel für Logan. Immerhin konnte ich ihm zugute halten, dass er überhaupt so lange ruhig geblieben war.
Mit einem Satz war er auf den Beinen. Logan schnitt ihr den Weg ab, indem er sich vor sie stellte, dabei beugte er sich leicht nach vorn und funkelte sie aus rabenschwarzen Augen an.
»Ein Kurs in gutem Benehmen würde dir nicht schaden«, sagte Logan so leise, dass nur wir es hören konnten. Seine Stimme war noch immer sehr ruhig, doch der gefährliche Unterton war mir nicht entgangen. Sabrina schnappte hörbar nach Luft, dann schluckte sie mehrmals.
»Beehren Sie uns bald wieder«, murmelte sie, wirbelte herum und rannte fast aus dem Wintergarten.
Seine Augen waren wieder eisblau und so schön wie immer, als er sich zu mir herunterbeugte, um mich auf die Schläfe zu küssen.
»Ich brauche nicht lange«, versprach er mir.
»Lass dir ruhig Zeit«, erwiderte ich mit einem Lächeln. »Ich bin doch hier in bester Gesellschaft.«
Nachdem Logan gegangen war, bestellte ich mir noch eine Cola und einen von den Cookies, deren Duft mich so sehr verzaubert hatte. Sabrina nahm meine Bestellung entgegen und brachte sie, ohne mit der Wimper zu zucken.
Nach dem ersten Schluck schaute ich Nova voller Neugierde an. »Nun erzähl schon«, bat ich eifrig.
Nova kicherte hinter vorgehaltender Hand.
»Was möchtest du über dieses Café und seine Gäste wissen?«
Breit grinsend lehnte ich mich zurück.
»Alles, Nova. Ich will alles wissen!«

 

Für den Fall, dass du nun Lust auf die englische Version eines Cheesecake bekommen haben solltest, der deutlich weniger quarkig daherkommt, wie unsere deutsche Version, bekommst du jetzt das Lieblingsrezept der Autorin.

Zutaten

50 g Butter 150 g Vollkornbutterkekse
25 g geröstete Walnüsse 1 Prise Salz
Etwas abgeriebene Tonkabohne oder das Mark einer Vanilleschote 1 Tl abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone Saft einer halben Zitrone 500 g Doppelrahm-Frischkäse 200 g Creme fraîche 200 g Zucker 3 Eier 2 EL Mehl

Zubereitung
Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, den Rand fetten und ebenfalls mit einem Streifen Backpapier auslegen.
Den Backofen auf 150°C vorheizen. (Hängt vom Backofen ab, ich gehe mit der Temperatur meistens ein wenig herunter)
Die Kekse und Nüsse fein mahlen oder in einen großen Gefrierbeutel geben und ordentlich mit einem Nudelholz bearbeiten.
Butter schmelzen, zu dem Kekse-Nuss-Mehl geben und zu einem Teig verarbeiten. Die Mischung in die Springform drücken, dabei einem kleinen Rand formen.
Anschließend Frischkäse und Creme fraîche mit Zucker, Zitronenschale und -saft, sowie der Tonkabohne oder dem ausgekratzem Vanillemark glatt rühren.
Als nächstes Mehl und Eier unterrühren.
Boden 10 bis 15 Minuten vorbacken.
Die Masse auf den Boden geben und den Cheesecake im Backofen 50-60 Minuten backen, die Füllung soll noch nicht ganz fest sein. Lieber einmal öfter kontrollieren, damit er oben nicht zu dunkel wird. Falls es gefährlich wird, mit Alufolie abdecken. Den Backofen ausschalten und den Kuchen noch 1 Stunde darin lassen, dann herausnehmen und abkühlen lassen.

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